Fahrt an die Mosel und nach Luxemburg

Auf vielfachen Wunsch waren bei "SPD on Tour" in diesem Jahr die Mosel und Luxemburg angesagt. Und so starteten wir am zweiten Oktoberwochenende mit 45 Reisefreudigen im Bus der Fa. Friedrich Richtung Südwesten. Nach ca. drei Stunden Fahrt erfolgte die übliche großzügige Rast zum umfangreichen Frühstück vom Tapeziertisch.

Da wurde wieder alles aufgeboten, vom Hackbraten über gekochte Eier, ahler Wurscht und verschiedenen Käse bis zum Kuchen. Wer dabei nicht satt wurde, war wirklich selbst schuld. Derart gesättigt war nicht mehr lange zu fahren und wir erreichten gegen Mittag die geschichtsträchtige Stadt Trier, unseren Standort für diese drei Tage.


Nahe der "Porta Nigra" verließen wir unseren Bus und konnten bis zur Stadtführung auf eigene Faust die Innenstadt erkunden, Läden und Cafes aufsuchen oder auch schon mal an einem der Marktstände ein Glas Wein oder Federweißen probieren.
Dann folgte die Stadtführung. In zwei Gruppen aufgeteilt erfuhren wir alles über diese über 2000 Jahre alte Stadt, die im Jahre 16 v. Chr. vom römischen Kaiser Augustus gegründet wurde und im 3. und 4. Jahrhundet als kaiserliche  Hauptstadt der Provinz "Belgica Prima" schon 70.000 Einwohner zählte.

Die "Porta Nigra" war ein Stadt- und Festungstor dieser Zeit. Auf dem Hauptmarkt steht das steinerne Marktkreuz aus dem 10. Jahrhundet, der Petersbrunnen aus dem 16. Jh. verziert mit mit den Figurengruppen der "Vier Tugenden", der Dom St. Peter und die daneben stehende "Liebfrauenkirche", all diese Gebäude mit ihren wechselvollen Geschichten aus längst vergangenen Jahrhunderten.

Natürlich wurde auch noch die Palastaula (Aula Palatina) der römischen Kaiser aus dem 3. Jahrhundert bestaunt. Ein für damalige Verhältnisse riesiges freitragendes Gebäude, das mehrfach zerstört, immer wieder aufgebaut wurde und heute Kirche der evangelischen Erlösergemeinde ist. Zum Abschluß der Führung noch ein Blick auf das Kurfürstliche Schloß und die Ruinen der Kaisertherme, dann war das geistige Fassungsvermögen aller erschöpft.

Nach Einchecken im Hotel und kurzer Verschnaufpause, ging es zum Abendessen mit Weinprobe an die Wormser Peripherie zum Weingut G.F. von Nell. Ein Urahn des Namensgebers und heutiger Besitzer des Gutes führte uns durch seine Keller und kredenzte noch vor dem Abendessen die ersten Proben. Im großen Saal des Weingutes war eine lange Tafel gedeckt und leckere Grillsteaks mit Beilagen schufen die Grundlage zur Fortsetzung der Weinprobe, die großzügig ausfiel und von uns
gern angenommen wurde.

Zu später Stunde dann die Rückfahrt zum Hotel im gutseigenen Nostalgiebus aus den 60 ziger Jahren. Die meisten fielen anschließend geschafft ins Bett, es sollen aber noch einige an der Hotelbar gesichtet worden sein.

Am Samstag war Luxemburg angesagt. Gestärkt durch ein gutes Frühstück starteten wir am Vormittag in das "Großherzogtum Luxembourg" und hier genau in die gleichnamige Hauptstadt, in der 115.000 der insgesamt 570.000 Einwohner Luxemburgs leben und wohnen. Sie ist Sitz zahlreicher europäischer Institutionen, u.a. des Europäischen Gerichtshofes.

Unsere Stadtführung begann  am Konstitutionsplatz unter dem Mahnmal der "Gelle Fra" (Goldene Frau), einer vergoldeten Bronzestatue auf einer 21 m hohen Steinstele. Sie hält einen Lorbeerkranz über zwei Krieger am Fuß des Obelisken und dient der Erinnerung der in den Weltkriegen gefallenen Luxemburger. Ein Kriegerdenkmal, das den heutigen Luxemburgern als Symbol für Freiheit und Widerstand gilt. Nach Besichtigung der "Cathédale Notre-Dame" erreichten wir die "Corniche", ein wunderbarer Fußweg über der Schlucht des kleinen Flusses "Alzette" mit herrlichem Blick auf den Stadtteil "Grund" mit der Abtei Neumünster. Von dort ging es zurück in die Oberstadt, vorbei am Großherzoglichen Plalast, vor dem ein einsamer Soldat im Paradeschritt auf und ab marschierte, durch beeindruckende Geschäftspassagen, über den Gemüse-, Fleisch- und Käsemarkt zum Stadtzentrum. Dort, am "Place d´Armes" endete  vorerst die ausgesprochen kenntnisreiche Führung. Es war nun Gelegenheit sich ganz individuell auf den dort stattfindenden Flohmarkt zu begeben oder in einem der zahlreichen Cafes und Eisdielen ein zu kehren.

Unser Trierer Stadtführer, der uns den ganzen Tag auch in Luxemburg führte, hatte uns zum Mittagessen das Restaurant "La Petrusse" empfohlen. Ein guter Tip, wie sich zeigte, denn es gab nicht nur gute Speisen sondern auch die Tischweine dazu und die quirlige Wirtin kredenzte nach dem Essen noch eine Schnapsprobe und schokolierte Orangestäbchen. Dass sie Beides auch nebenbei zum Verkauf anbot, bewies nur ihre Geschäftstüchtigkeit.

Nach dem letzten Espresso dann die Rückfahrt durch das obere Moseltal, bei der unser Busfahrer in engen Serpentinen sein Können zeigte. Auf halber Strecke noch ein Stopp in Echternach, bekannt durch die eigenwillige "Echternacher Springprozession". Sehenswert die großräumige Anlage der Benediktiner Abtei mit der beeindruckenden "St. Willibrordus Basilika", die wir auch noch besichtigten.

Dann endgültig zurück nach Trier. Etwas ausspannen, das Gesehene sacken lassen und frisch machen für das Abendessen an Bord eines Ausflugsschiffes. Leider wurde es schon beim Ablegen dunkel und die Aussicht dementsprechend. Dafür mühte sich ein "Alleinunterhalter" redlich und kam auch sehr gut bei einer Gesellschaft an, die dem Vernehmen nach gerade von einer Weinprobe kam. Nach zwei Stunden hatten wir wieder festen Boden unter den Füßen und konnten noch einen (oder auch zwei ...)  Absacker in der Hotelbar nehmen. Da gerade ein Fußballländerspiel mit deutscher Beteiligung lief, waren die Plätze an und um die Bar sehr gefragt.

Am Sonntagmorgen hieß es schon wieder Abschiednehmen von Trier. Kofferpacken, Frühstücken und Auschecken und vor der Tür wartete schon unser zuverlässiger Fahrer. Ab ging es durchs Moseltal bis zum Städtchen Bernkastel-Kues. Ein romatischer Weinort, der von Bergen umringt und dadurch klimatisch geschützt an den Hängen hauptsächlich die Rieslingrebe anbaut. Das kleine Bernkastel präsentiert sich als schmuckes Fachwerkstädtchen, dessen Häuser sich um den Marktplatz mit dem Marktbrunnen gruppieren. Häufig fotografiert wird das schmale "Spitzhäuschen" und auch das Erkerhaus "Zur Badstube". An dieen Gebäuden vorbei führt die Alte Römerstraße, von der aus über Treppen und Stiege der Weg zur Burgruine "Landshut" führt. Sie ist bereits im 17. Jahrhundet ausgebrannt, von ihrem Standort aus zeigt sich ein großartiger Ausblick über Bernkastel und den größeren Ortsteil Kues und das mittlere Moseltal.

Etwas Nieselregen zwang die meisten Mitfahrer in eines der zahlreichen Lokale zur Einnahme des Mittagessens und des einen und anderen Glases Wein beim örtlichen Winzer. Kaum zeigte sich die Sonne wieder am Himmel, schmeckte auch schon wieder das Eis. Fazit: Bernkastel ist ein schöner romantischer Ort, im Herbst gut zu besuchen. Im Sommer wird das Städtchen vermutlich von Touristen überflutet sein und ein wenig an die Rüdesheimer Drosselgasse erinnern.

Gegen abend erreichten wir mit vielen neuen Eindrücken bestückt und gut chauffiert wieder Lichtenau.


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